Die SSB-Trainerausbildung ist wichtig für die Zusammenarbeit zwischen den Schachvereinen in der Schweiz

Hierfür besuchte sie wenige Tage vor ihrer Abreise nach Usbekistan in Bern zusammen mit 14 weiteren Personen den vom erfahrenen FIDE-Trainer Gregor Haag geleiteten SSB-Weiterbildungskurs für Schachtrainer(innen).
Im vergangenen Frühling absolvierte sie bereits einen Online-FIDE-Trainerkurs. In diesem Sommer begleitete sie als Delegationsleiterin die liechtensteinische Jugend-Nationalmannschaft an ein internationales Turnier. Und sie amtiert auch als Coach des Schweizer Jugend-Nationalteams. Im Folgenden schildert sie ihre persönlichen Eindrücke vom SSB-Weiterbildungskurs im Vereinslokal des Schachklubs Bern.
Ich bin überzeugt, dass solche Weiterbildungen für die Entwicklung des Schweizer Schachs von grosser Bedeutung sind. Ich spiele seit meiner Kindheit Leistungsschach und habe bereits mit mehr als zehn Trainern zusammengearbeitet. So hatte ich die Möglichkeit, im Laufe der Jahre ganz unterschiedliche Ansätze im Schachunterricht kennenzulernen. Manche Methoden fand ich als Schülerin besonders wertvoll. Ich habe verstanden, was im Schachunterricht Spass macht und was den Schüler(inne)n besonders gut im Gedächtnis bleibt.
Später begann ich dann selber, Schachunterricht zu geben. Trotz meiner bisherigen Erfahrung war das eine grosse Herausforderung. Ist das Material für das Niveau meiner Schüler(innen) geeignet? Ist das Training zu langweilig oder zu anspruchsvoll? Wie kann ich mein Programm abwechslungsreich gestalten? Auf all diese Fragen habe ich allein nicht immer eine Antwort gefunden. Deshalb habe ich versucht, aus meinen bisherigen Erfahrungen mit meinen Trainern zu lernen.
Leider haben nicht alle angehenden Trainer diese Möglichkeit, da nicht alle selber einen Leistungsschach-Hintergrund haben. Manche haben keine Vorbilder, an denen sie ihren eigenen Schachunterricht messen können. Genau dafür sind die Aus- und Weiterbildungen des SSB für Trainer(innen) gedacht. Sie ermöglichen einen offenen Austausch zwischen Trainer(inne)n verschiedener Schachvereine. Auch erfahrene Trainer(innen) können aus den Ideen der anderen wertvolle Impulse für ihre eigene Arbeit gewinnen.
Besonders wichtig finde ich, dass solche Weiterbildungskurse vor Ort und nicht ausschliesslich via ZOOM stattfinden. Im Online-Format ist es schwieriger, persönliche Kontakte herzustellen. Auch der Austausch zwischen den Teilnehmenden wird erschwert. Präsenzkurse ermöglichen es hingegen, sich während des Mittagessens informell auszutauschen und auch danach in Kontakt zu bleiben. Das fördert wiederum die Zusammenarbeit zwischen den Schachvereinen in der Schweiz.
Der Berner Kurs von FM Gregor Haag war optimal vorbereitet und auf einem sehr hohen Niveau. Seine Vorträge und die Gruppenarbeit unter den Teilnehmenden haben mir sehr gut gefallen, und der Kurs wird mir in guter Erinnerung bleiben. Hoffentlich werden auch meine Schüler(innen) in Zukunft von den Erfahrungen aus diesem Kurs und deshalb von noch besser gestalteten Lektionen profitieren!