GM Alexandra Kosteniuk in die World Chess Hall of Fame aufgenommen

Die seit 2004 den Herren-Grossmeister-Titel tragende Alexandra Kosteniuk ist eine der erfolgreichsten Schachspielerinnen des 21. Jahrhunderts. Ihr Palmares ist ebenso lang wie beeindruckend: Weltmeisterin 2008, Europameisterin 2004, World-Cup-Siegerin 2021, russische Damen-Meisterin 2005, 2016, Schweizer Herren-Meister 2013 (als erste Frau in der Schweizer Schachgeschichte), Schweizer Damen-Meisterin 2011, 2013, 2015, Schweizer Mannschaftsmeisterin 2026 (mit Zürich), Rapid-Weltmeisterin 2021, Rapid-Europameisterin 2015, 2019, 2024, Blitz-Europameisterin 2001, 2017, 2019, 2022, 2024, Olympiade-Siegerin (mit Russland) 2010, 2012, 2014, Mannschafts-Weltmeisterin 2017, 2021 (mit Russland), Mannschafts-Europameisterin (mit Russland) 2007, 2009, 2011, 2015, 2017, U10-Europameisterin 1994, U12-Weltmeisterin 1996.
«Wie alle anderen in die Hall of Fame aufgenommenen Spieler(innen) ist Alexandra Kosteniuk eine Schach-Pionierin, und ihr Vermächtnis wird künftige Generationen inspirieren», sagt Willy Iclicki, Vorsitzender des FIDE Historical Committee.
Die World Chess Hall of Fame ist ein Museum in St. Louis im US-Bundesstaat Missouri. Es wurde 1984 gegründet und zeigt Ausstellungen zur Geschichte und Entwicklung des Schachspiels sowie Objekte rund um das Spiel – darunter historische Schachfiguren und Sammlungen persönlicher Gegenstände von Weltmeister(inne)n.
«Ich habe nicht das Gefühl, dass meine Schachkarriere schon vorbei ist»
Die Aufnahme in die World Chess Hall of Fame weckt in Alexandra Kosteniuk gemischte Gefühle. «Zunächst einmal ist es eine grosse Ehre und erinnert mich daran, dass ich eine bemerkenswerte Karriere hinter mir habe. Normalerweise zählen im Schach – wie in den meisten Sportarten – vergangene Erfolge nicht viel, wenn man sich hinsetzt, um die nächste Partie zu spielen. Jede neue Partie ist eine neue Herausforderung – und egal, was man in der Vergangenheit erreicht hat, muss man sich immer wieder neu beweisen. Wenn man weiter spielt und dabei Niederlagen und schwierige Momente erlebt, verliert man leicht aus den Augen, was man bereits erreicht hat. Deshalb sind solche besonderen Momente für mich persönlich so wichtig, um Motivation und Inspiration zum Weiterzumachen zu finden.»
Gleichzeitig ist es für sie aber auch «ein ziemlich ungewöhnliches Gefühl. Für mich waren solche Ehrungen bisher eher mit dem Ende einer Karriere verbunden, wenn sich ein Spieler oder eine Spielerin aus dem Wettkampfschach zurückgezogen hat. Aber ich betrachte mich immer noch als aktive Spielerin und habe nicht das Gefühl, dass meine Schachkarriere schon vorbei ist. Es gibt noch Partien zu spielen, Herausforderungen anzunehmen und Ziele, die ich erreichen möchte.»
Auch wenn Alexandra Kosteniuk für diese Anerkennung zutiefst dankbar ist, sieht sie diese deshalb «nicht als Abschluss eines Kapitels, sondern als Gelegenheit, über die Vergangenheit nachzudenken und gleichzeitig Motivation zu schöpfen, um mich auf das zu konzentrieren, was noch vor mir liegt.»
André Vögtlin: «Ein starkes Signal an unsere Jugend»
Die Aufnahme von Alexandra Kosteniuk in die World Chess Hall of Fame freut auch André Vögtlin, den Präsidenten des Schweizerischen Schachbundes (SSB): «Das ist eine grosse Ehre für das Schweizer Schach und ein starkes Signal an unsere Jugend – insbesondere an die Mädchen. Zusammen mit der Weltmeisterschaft zwischen Dommaraju Gukesh und Javohir Sindarow im kommenden Monat in Genf steht die Schweiz in diesem Jahr gleich doppelt im Schaufenster der Schachwelt. Solche Momente stärken unsere Sichtbarkeit und unsere internationale Vernetzung.»
Erfahren Sie in Wikipedia mehr über Alexandra Kosteniuk.
Alexandra Kosteniuk hat eine eigene Website.