Olympiade in Samarkand: die Schweizerinnen fordern morgen die USA

«Dass wir so weit vorne liegen, zeugt von der ausgezeichneten Form unserer Spielerinnen», sagt WIM Gundula Heinatz Bürki, die in Samarkand in einer Doppelfunktion als Delegationsleiterin des Schweizerischen Schachbundes (SSB) und als Captain des Damen-Teams amtiert. Sie hebt insbesondere den Kampfgeist am Brett und die gemeinsame Freude nach den Partien hervor. «Wir sind voller Zuversicht, auch in der zweiten Hälfte gegen stärkere Mannschaften unseren unbedingten Siegeswillen zu zeigen.»
Zwei Faktoren tragen laut Gundula Heinatz Bürki besonders zu den guten Resultaten bei. «Mit Alexandra Kosteniuk haben wir eine Weltklassespielerin im Team, die ihre Kolleginnen neben und am Brett motiviert. Und das schon vor der Olympiade ausgezeichnete Training mit GM Markus Ragger zahlt sich nun auch während des Turniers aus.»
Zufrieden mit der ersten Olympiade-Halbzeit ist auch Herren-Nationalcoach FM Felix Hindermann. «Dass wir vier Matches gegen nominell schwächere Teams ohne eine einzige Einzelniederlage gewonnen haben, ist natürlich erfreulich. Etwas schade ist, dass wir in der 6. Runde gegen die Türkei eine ärgerliche und unnötige Niederlage erlitten haben.» Sein Ziel für die zweite Turnierhälfte ist es, «mindestens noch einmal einen stärkeren Gegner zu fordern – und im Idealfall an einem der Top-8-Bretter mit einer eigenen YouTube-Übertragung zu spielen.»
Nach dem heutigen Ruhetag treffen die Schweizerinnen, bei denen das 5-aus-5-Resultat von WGM Ghazal Hakimifard heraussticht, morgen Mittwoch auf die als Nummer 5 gesetzten USA. Diese haben eine Herren-Grossmeisterin und vier Herren-IM in ihren Reihen und gestern gegen das topgesetzte China ihre erste Niederlage erlitten.
Die Schweizer, bei denen GM Li Min Peng mit 4 aus 5 (ELO-Performance 2589) erfolgreichster Punktesammler ist, treffen mit Malaysia (67) zum fünften Mal auf einen klar ELO-schwächeren Gegner.
Die Olympiade führt über elf Runden. Spielbeginn ist jeweils um 15 Uhr Lokalzeit (12 Uhr Schweizer Zeit) – mit Ausnahme der bereits um 11 Uhr (8 Uhr) beginnenden Schlussrunde.
Einzelbilanz der Schweizerinnen: GM Alexandra Kosteniuk 2½/5 (2297), WIM Mariia Manko 4/5 (2451), WIM Sofiia Hryzlova 3½/5 (2229), WGM Ghazal Hakimifard 5/5 (2802), WIM Camille De Seroux 3/4 (2136).
Einzelbilanz der Schweizer: GM Sebastian Bogner 3 Punkte aus 6 Partien (ELO-Performance: 2507), GM Nico Georgiadis 2½/5 (2482), GM Li Min Peng 4/5 (2589), IM Fabian Bänziger 2½/4 (2398), FM Colin Federer 2½/4 (2287).
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